PRESSESTIMMEN ÖDIPUS/ANTIGONE

 

Und so wie am Anfang des Theaters vor zweieinhalbtausend Jahren das Drama dadurch geschaffen wurde, dass einer (später dann noch ein Zweiter und Dritter) heraustrat und vor und gegen und mit dem Kollektiv mit Mächten und Göttern und Verhängnissen rechtete, so naiv, mutig, wuchtig uranfänglich fängt das Schauspiel Frankfurt im Jahr 2009 neu an. Diesem Anfang wohnt ein Ur-Zauber inne. (...) Und Schulze zeigt so jammervoll wie jammergrandios den Kern der Figur: die Bestie.
Gerhard Stadelmaier, Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

Michael Benthin als Teiresias ist großartig, Oliver Kraushaar als Bote oder Wächter ebenfalls. Constanze Becker als Iokaste strahlt wie eine lebendig gewordene Heroine von Gustav Klimt.
Peter Michalzik, Frankfurter Rundschau

 

Es gilt das gesprochene Dichterwort. Darum würde die Aufführung auch gleichsam konzertant funktionieren: Wir sehen hörend - sogar alles, was nicht gezeigt wird, weil wir es buchstäblich mit den Ohren sehen. (...) Marc Oliver Schulzes Ödipus erreicht die Intensität eines am Opferaltar brüllenden Stiers. Kippt er zwischendurch die Maske vom Gesicht nach hinten, schlägt uns sein irres Starren in Bann: halb Kinskis Nosferatu, halb Meduse(...) Mit dem Doppelpack von "König Ödipus" und "Antigone" wuchs in Frankfurt zusammen, was zusammen gehört.
Ulrich Weinzierl, Die Welt

 

Als Antigone sorgt Constanze Becker für flirrende und doppeldeutige Momente, die deutlich werden lassen, warum sie am Deutschen Theater in Berlin zu einer der führenden Schauspielerinnen des Landes avancierte.
Michael Hierholzer, Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

Thalheimer kehrt so das Innerste der Figuren nach außen, erforscht Sehnsüchte und Gefühle mit akribischer Genauigkeit. Es entsteht dabei eine Intensität, die den Zuschauer mehr als nur in den Bann schlägt. Der Hammer, mit dem Thalheimer aus dem Steinbruch der Sprache Gefühle meißelt, klopft auch in der Seele des Zuschauers an. (...) Gut dreieinhalb Stunden lang ist es gleichsam nicht möglich, sich dieser Emotionalität zu entziehen. (...) Was Constanze Becker und Marc Oliver Schulze in den Hauptrollen, aber auch Isaak Dentler, Michael Benthin, Oliver Kraushaar und Michael Abendroth zeigen, ist so bedrückend intensiv, dass der Atem stockt. Die Intendanz Reese hat in Frankfurt mit einem Paukenschlag begonnen.
Jürgen Overhoff, Main Echo

 

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